Mercedes-Benz und Chipolo stellen neuen smarten Tracker vor - wir haben ihn für euch getestet
von Moritz Jäger / 05.06.2026
Mit dem neuen Mercedes-Benz Edition Tracker betritt der Stuttgarter Autobauer erstmals offiziell den Markt der smarten Bluetooth-Tracker. Entwickelt wurde das Gerät allerdings nicht direkt von Mercedes selbst, sondern in Zusammenarbeit mit dem slowenischen Spezialisten Chipolo, der seit Jahren für seine kompakten Schlüsselfinder bekannt ist. Das Ergebnis dieser Kooperation ist eine exklusive Sonderedition des Chipolo LOOP, die optisch und funktional perfekt auf moderne Mercedes-Fahrer zugeschnitten sein soll. Doch stellt sich schnell die Frage: Handelt es sich hier lediglich um ein Lifestyle-Accessoire mit Mercedes-Logo oder tatsächlich um einen der besten Tracker auf dem Markt?
Schon beim ersten Kontakt macht der Mercedes-Chipolo einen deutlich hochwertigeren Eindruck als viele Konkurrenzprodukte. Während klassische Bluetooth-Tracker häufig wie kleine Plastikscheiben wirken, setzt die Mercedes-Edition auf ein sehr elegantes, minimalistisches Design. Das matte schwarze Gehäuse, die gebürstete Metallöse und der dezent integrierte Mercedes-Stern sorgen dafür, dass der Tracker am Schlüsselbund fast wie originales Fahrzeugzubehör aussieht. Gerade in Kombination mit den aktuellen Mercedes-Schlüsseln wirkt das Gerät erstaunlich stimmig. Statt wie ein zusätzliches Technik-Gadget erscheint der Tracker eher wie ein hochwertiges Accessoire aus dem Mercedes-Zubehörkatalog.
Auch bei der Verarbeitung gibt es wenig zu kritisieren. Der Tracker ist robust gebaut, sauber verarbeitet und nach IP67 gegen Wasser und Staub geschützt. Im Alltag bedeutet das: Regen, Staub oder ein versehentlich verschütteter Kaffee stellen kein Problem dar. Selbst kurzes Untertauchen soll laut Hersteller problemlos überstanden werden. Gerade für einen Tracker, der dauerhaft am Schlüsselbund hängt, ist das ein wichtiger Punkt.
Besonders interessant wird der Mercedes-Chipolo allerdings bei der technischen Ausstattung. Einer der größten Vorteile gegenüber vielen Konkurrenzprodukten besteht darin, dass der Tracker sowohl mit Apples „Wo ist?“-Netzwerk als auch mit Googles neuem „Find Hub“ beziehungsweise „Mein Gerät finden“-Netzwerk kompatibel ist. Genau hier unterscheiden sich viele andere Tracker deutlich. Apple AirTags funktionieren praktisch nur im Apple-Kosmos, während Samsung SmartTags hauptsächlich auf Galaxy-Geräte ausgelegt sind. Der Mercedes-Chipolo richtet sich dagegen sowohl an iPhone- als auch an Android-Nutzer. Allerdings muss man sich bei der Einrichtung für eines der beiden Netzwerke entscheiden. Eine gleichzeitige Nutzung beider Systeme ist aktuell nicht möglich.
Die Einrichtung selbst gelingt erfreulich unkompliziert. Nach dem Aktivieren erkennt das Smartphone den Tracker innerhalb weniger Sekunden automatisch. Anschließend muss lediglich das gewünschte Netzwerk ausgewählt und ein Name vergeben werden. Der gesamte Vorgang dauert kaum länger als zwei Minuten. Gerade technisch weniger versierte Nutzer dürften mit der Einrichtung keinerlei Probleme haben.
Im Alltag zeigt sich schnell, wie wichtig die Reichweite und Zuverlässigkeit eines solchen Trackers tatsächlich sind. Chipolo verspricht eine Bluetooth-Reichweite von bis zu 120 Metern unter optimalen Bedingungen. Im Test erwiesen sich diese Angaben als durchaus realistisch. Im Innenbereich hängt die Reichweite natürlich stark von Wänden und Möbeln ab, dennoch blieb die Verbindung in einer Wohnung oft noch über mehrere Räume stabil. Auf offenen Flächen, etwa auf Parkplätzen oder großen Innenhöfen, waren Reichweiten von rund 80 bis 100 Metern problemlos erreichbar. Damit bewegt sich der Mercedes-Chipolo auf einem sehr hohen Niveau.
Ein echtes Highlight ist der integrierte Lautsprecher. Der Signalton fällt extrem laut aus und gehört klar zu den stärksten Argumenten des Geräts. Selbst wenn der Tracker tief in einer Tasche, unter Kleidung oder zwischen Sofakissen liegt, ist das Signal noch deutlich hörbar. Gerade im hektischen Alltag, wenn man morgens schnell den Autoschlüssel sucht, wird dieser Vorteil schnell spürbar. Viele Konkurrenzprodukte, darunter auch der Apple AirTag, wirken im direkten Vergleich deutlich leiser.
Entscheidend für jeden Bluetooth-Tracker bleibt jedoch die Qualität des zugrunde liegenden Netzwerks. Denn sobald sich der Tracker außerhalb der direkten Bluetooth-Reichweite befindet, ist er darauf angewiesen, dass andere Smartphones in der Umgebung seine Position anonym übermitteln. Genau hier bleibt Apple aktuell weiterhin Marktführer. Das „Wo ist?“-Netzwerk profitiert von Millionen aktiver iPhones weltweit und ermöglicht dadurch sehr zuverlässige Positionsupdates. Nutzer eines iPhones erhalten mit dem Mercedes-Chipolo daher eine nahezu perfekte Ortungslösung.
Spannender ist die Situation bei Android. Googles neues Netzwerk befindet sich noch im Aufbau und erreicht aktuell noch nicht ganz die Zuverlässigkeit des Apple-Systems. In Großstädten funktioniert die Ortung inzwischen meist ordentlich, da dort genügend kompatible Android-Geräte unterwegs sind. In ländlicheren Regionen können Positionsupdates jedoch teilweise verzögert eintreffen oder ganz ausbleiben. Für Android-Nutzer verbessert sich die Situation zwar kontinuierlich, dennoch besitzt Apple derzeit weiterhin den Vorteil des deutlich größeren und etablierten Netzwerks.
Ein weiterer großer Pluspunkt des Mercedes-Trackers ist der integrierte Akku. Während viele andere Tracker auf wechselbare Knopfzellen setzen, verwendet Chipolo einen wiederaufladbaren Akku mit USB-C-Anschluss. Das wirkt nicht nur moderner, sondern ist auch deutlich nachhaltiger. Nutzer müssen keine Batterien nachkaufen und produzieren weniger Elektromüll. Laut Hersteller hält eine Akkuladung bis zu einem Jahr durch, bevor erneut geladen werden muss. Im Alltag erscheint dieser Wert durchaus realistisch. Besonders praktisch: Das Aufladen erfolgt einfach über USB-C und dauert nur wenige Stunden.
Neben den klassischen Suchfunktionen bietet der Tracker zusätzlich einige Komfortfunktionen. Über die Chipolo-App lässt sich beispielsweise das Smartphone klingeln lassen – selbst dann, wenn es sich im Lautlosmodus befindet. Außerdem können Warnungen aktiviert werden, wenn wichtige Gegenstände zurückgelassen werden. Gerade für Menschen, die häufig Schlüssel, Taschen oder Rucksäcke vergessen, ist das im Alltag erstaunlich hilfreich.
Auch beim Thema Nachhaltigkeit versucht Chipolo zu punkten. Produziert wird weiterhin in Europa, genauer gesagt in Slowenien. Zudem setzt der Hersteller laut eigenen Angaben auf recycelte Kunststoffe und eine möglichst umweltfreundliche Fertigung.
Natürlich hat die Sache auch ihren Preis. Mit rund 45 Euro liegt der Mercedes-Chipolo über vielen Konkurrenzprodukten. Rein funktional bekommt man ähnliche Grundfunktionen teilweise günstiger. Der Aufpreis fließt hier klar in das Design, die Markenkooperation und die hochwertigere Verarbeitung. Für Mercedes-Fahrer oder Nutzer mit Sinn für hochwertige Technik-Accessoires könnte sich der Aufpreis jedoch durchaus lohnen.
Am Ende hinterlässt der Mercedes-Benz Chipolo Tracker insgesamt einen sehr überzeugenden Eindruck. Das Gerät kombiniert ein elegantes Premium-Design mit einer starken technischen Ausstattung und sinnvoller Alltagstauglichkeit. Besonders die Kombination aus hoher Lautstärke, USB-C-Akku, einfacher Bedienung und Unterstützung für Apple- sowie Android-Netzwerke macht den Tracker zu einer der interessantesten Neuerscheinungen im Bereich smarter Schlüsselfinder.
Für Mercedes-Fahrer wirkt der Tracker allerdings fast wie die perfekte Ergänzung zum Fahrzeugschlüssel. Er fügt sich optisch nahtlos in das Gesamtbild ein und fühlt sich deutlich hochwertiger an als viele andere Bluetooth-Tracker auf dem Markt. Wer Wert auf Design, Verarbeitung und Komfort legt, bekommt hier eines der aktuell elegantesten Tracking-Gadgets überhaupt.
Der neue Tracker ist ab sofort direkt im Onlineshop des Herstellers oder auch über Amazon bestellbar.