von Moritz Jäger / 21.09.2026
Digitale Notizbücher gibt es inzwischen viele. Geräte wie das reMarkable, Kindle Scribe oder verschiedene E-Ink-Tablets von BOOX haben gezeigt, dass sich handschriftliche Notizen, Dokumente und digitale Organisation durchaus miteinander verbinden lassen. Mit dem neuen iFLYTEK AINOTE 2 geht der chinesische Hersteller allerdings einen etwas anderen Weg. Das Gerät möchte nicht nur ein möglichst natürliches Schreibgefühl bieten, sondern gleichzeitig Besprechungen aufnehmen, Gespräche transkribieren, Inhalte übersetzen, handschriftliche Notizen digitalisieren und mithilfe künstlicher Intelligenz aus gesammelten Informationen strukturierte Inhalte erstellen.
Dabei fällt zunächst vor allem das außergewöhnlich dünne und leichte Gehäuse auf. Das AINOTE 2 misst lediglich 4,2 Millimeter in der Tiefe und bringt gerade einmal rund 295 Gramm auf die Waage. Gleichzeitig steckt ein 10,65 Zoll großes E-Ink-Display mit einer Auflösung von 1920 × 2560 Pixeln und 300 ppi im Gehäuse. Im Alltag soll das AINOTE 2 damit die Vorteile eines klassischen Notizbuchs mit den Möglichkeiten eines modernen KI-Geräts verbinden.
Besonders interessant wird das Konzept für Menschen, die häufig in Meetings sitzen, Interviews führen, Vorlesungen besuchen oder beruflich viele Informationen aufnehmen und anschließend strukturieren müssen. Genau hier versucht sich das AINOTE 2 von klassischen E-Ink-Notizbüchern abzusetzen.
Der erste Eindruck des AINOTE 2 wird eindeutig vom Gehäuse geprägt. Mit einer Bauhöhe von nur 4,2 Millimetern gehört das Gerät zu den dünnsten E-Ink-Tablets überhaupt. Das Gewicht von etwa 295 Gramm ist für ein Gerät dieser Größe ebenfalls bemerkenswert niedrig. iFLYTEK positioniert das AINOTE 2 deshalb bewusst als besonders mobiles Papier-Tablet.
In der Praxis ist das vor allem dann angenehm, wenn das Gerät über längere Zeit gehalten oder zwischen verschiedenen Arbeitsplätzen transportiert wird. Ein zehn Zoll großes Tablet kann schnell zu einem zusätzlichen Gewicht im Rucksack werden. Beim AINOTE 2 fällt dagegen kaum auf, dass man überhaupt ein elektronisches Gerät mitführt.
Die geringe Masse macht sich insbesondere beim Lesen bemerkbar. Wer beispielsweise längere PDF-Dokumente, wissenschaftliche Texte oder Manuskripte liest, kann das AINOTE 2 ähnlich wie ein dünnes Buch verwenden. Auch beim Schreiben auf dem Schoß oder bei längeren Meetings wirkt die Konstruktion dadurch weniger ermüdend.
Allerdings hat die extreme Bauweise auch Konsequenzen. Das AINOTE 2 ist kein klassisches Multimedia-Tablet. Eine Kamera oder integrierte Lautsprecher sucht man vergeblich. Für die Audiowiedergabe sind Bluetooth beziehungsweise kabelgebundene Kopfhörer vorgesehen. Auch bei der Ausstattung steht deshalb klar die Produktivität und nicht der klassische Tablet-Einsatz im Vordergrund.
Das 10,65 Zoll große E-Ink-Display bildet das Herzstück des AINOTE 2. Mit 1920 × 2560 Pixeln und 300 ppi bietet es eine sehr hohe Pixeldichte für ein monochromes E-Ink-Gerät. Texte werden entsprechend scharf dargestellt und auch kleine Schriftgrößen bleiben gut lesbar.
Der große Vorteil eines solchen Displays zeigt sich allerdings weniger bei der technischen Auflösung als beim Nutzungskomfort. E-Ink benötigt keine klassische Hintergrundbeleuchtung wie ein LCD- oder OLED-Panel und reflektiert stattdessen das vorhandene Umgebungslicht. Gerade bei hellem Tageslicht funktioniert das ausgesprochen gut. Das Display lässt sich auch im Freien problemlos ablesen und vermittelt tatsächlich stärker das Gefühl, auf Papier zu schauen als auf ein herkömmliches Tablet.
Für längere Lesesessions ist das ein entscheidender Vorteil. Wer mehrere Stunden an Dokumenten arbeitet, möchte nicht unbedingt ständig auf ein hell leuchtendes LCD-Panel schauen. Das AINOTE 2 verfolgt hier konsequent einen anderen Ansatz.
Allerdings gibt es auch eine wichtige Einschränkung: Das Display besitzt keine integrierte Frontbeleuchtung. Im Gegensatz zu einigen Konkurrenzgeräten kann man also nicht einfach im abgedunkelten Raum die Beleuchtung des Displays einschalten. Bei schlechten Lichtverhältnissen wird deshalb eine externe Lichtquelle benötigt. Dieser Punkt wurde auch in aktuellen Praxistests als einer der wesentlichen Nachteile des AINOTE 2 genannt.
Das ist letztlich eine bewusste Designentscheidung. Das AINOTE 2 soll sich möglichst stark wie Papier verhalten – und Papier besitzt schließlich ebenfalls keine integrierte Hintergrundbeleuchtung.
Mindestens genauso wichtig wie das Display ist bei einem digitalen Notizbuch der Eingabestift. iFLYTEK arbeitet beim AINOTE 2 mit einem passiven elektromagnetischen Stift, der in Zusammenarbeit mit Wacom entwickelt wurde. Der Stylus benötigt keine eigene Stromversorgung und muss entsprechend auch nicht regelmäßig aufgeladen werden.
Das Schreibgefühl profitiert von der matten Oberfläche des E-Ink-Panels. Der Stift gleitet nicht vollkommen widerstandslos über das Display, sondern erzeugt eine leichte Reibung. Dadurch fühlt sich das Schreiben natürlicher an als bei einem typischen Glasdisplay eines Smartphones oder Tablets.
iFLYTEK gibt eine Schreibverzögerung von weniger als 20 Millisekunden an. In der Praxis ist das entscheidend, denn gerade beim schnellen Mitschreiben fällt eine Verzögerung zwischen Stiftbewegung und dargestellter Linie sofort unangenehm auf. Aktuelle Hands-on-Berichte bescheinigen dem AINOTE 2 entsprechend ein flüssiges Schreibgefühl.
Interessant ist außerdem die Form des Stiftes. Wird er umgedreht, kann das hintere Ende zum Radieren verwendet werden. Dadurch muss man nicht ständig ein Radierwerkzeug auf dem Bildschirm auswählen. Solche kleinen Details machen im Alltag einen überraschend großen Unterschied.
Für unterschiedliche Aufgaben stehen außerdem mehrere Pinsel- beziehungsweise Stiftarten zur Verfügung. iFLYTEK nennt insgesamt acht verschiedene Schreibstile. Damit lässt sich das Gerät nicht nur für einfache Textnotizen, sondern auch für Skizzen, Diagramme, Mindmaps und handschriftliche Markierungen verwenden.
Eine der interessantesten Funktionen des AINOTE 2 ist die automatische Handschrifterkennung. iFLYTEK wirbt mit Unterstützung für 133 Sprachen. Darunter befinden sich unter anderem Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch, Portugiesisch, Russisch, Arabisch, Chinesisch, Japanisch und Koreanisch.
Damit kann aus einer handschriftlichen Notiz ein digital bearbeitbarer Text werden. Das ist insbesondere dann praktisch, wenn handschriftliche Notizen später weiterverarbeitet, durchsucht oder beispielsweise per E-Mail verschickt werden sollen.
Die große Zahl unterstützter Sprachen klingt zunächst beeindruckend. In der Praxis sollte man die Funktion allerdings etwas realistischer betrachten. Aktuelle Tests zeigen, dass die Erkennung stark von der Lesbarkeit der Handschrift abhängt. Bei sauberer und gut lesbarer Schrift funktioniert die Digitalisierung deutlich besser als bei hektischen oder sehr individuellen Notizen. In einem aktuellen Praxistest wurde die Erkennungsleistung bei schwer lesbarer Handschrift ausdrücklich kritisiert.
Das ist kein grundsätzliches Problem des AINOTE 2. Handschrifterkennung gehört generell zu den Aufgaben, bei denen künstliche Intelligenz zwar enorme Fortschritte gemacht hat, aber nicht jede persönliche Handschrift zuverlässig interpretieren kann. Wer schnell schreibt und dabei viele Abkürzungen verwendet, sollte die Ergebnisse deshalb grundsätzlich noch einmal kontrollieren.
Noch spannender als die Handschrifterkennung ist die Audioverarbeitung. Das AINOTE 2 besitzt vier integrierte Mikrofone und kann Gespräche beziehungsweise Meetings direkt aufnehmen und in Text umwandeln.
Damit verändert sich der Einsatzzweck des Geräts deutlich. Das AINOTE 2 ist nicht mehr nur ein digitales Notizbuch, sondern gleichzeitig ein digitaler Meeting-Assistent.
Während einer Besprechung kann man beispielsweise weiterhin eigene handschriftliche Notizen erstellen, während das Gerät parallel das gesprochene Wort aufzeichnet. Dadurch muss nicht mehr jedes Detail manuell mitgeschrieben werden. Gerade bei längeren Gesprächen kann das enorm hilfreich sein.
Die aktuelle Software unterstützt eine Vielzahl von Sprachen für die Transkription. Die offiziellen Angaben nennen bis zu 18 unterstützte Transkriptionssprachen, darunter Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch, Niederländisch, Portugiesisch, Chinesisch, Japanisch und Koreanisch.
In aktuellen Praxistests wurde die Sprachtranskription deutlich positiver bewertet als die Handschrifterkennung. Ein Testbericht beschreibt die Transkription als im Alltag gut brauchbar, auch wenn bei Eigennamen und Fachbegriffen Fehler vorkommen können.
Genau hier liegt eine der interessantesten Anwendungen des AINOTE 2: Statt nach einem einstündigen Meeting eine lange Audioaufnahme erneut anhören zu müssen, liegt anschließend ein durchsuchbarer Text vor. Die KI kann diesen anschließend weiterverarbeiten.
Die Transkription alleine wäre inzwischen keine besonders außergewöhnliche Funktion mehr. Interessanter wird das AINOTE 2 durch die darauf aufbauenden KI-Werkzeuge.
Das Gerät kann aus aufgezeichneten Gesprächen automatisch strukturierte Besprechungsprotokolle erstellen. Die Idee dahinter ist simpel: Das Gerät zeichnet die Unterhaltung auf, wandelt die Sprache in Text um und verwendet anschließend KI, um die wichtigsten Informationen herauszufiltern.
In einem beruflichen Umfeld kann daraus beispielsweise eine Zusammenfassung mit den wichtigsten Punkten, Entscheidungen und Aufgaben entstehen. Genau diese Kombination aus Aufnahme, Transkription und anschließender Aufbereitung macht das AINOTE 2 interessanter als ein gewöhnliches digitales Notizbuch.
Auch andere KI-Funktionen sind integriert. Dazu gehören unter anderem KI-gestütztes Schreiben, KI-Konversationen, eine Circle-Suche und Werkzeuge zur Strukturierung von Informationen. Die Idee ist, dass der Nutzer nicht zwischen verschiedenen Apps wechseln muss, sondern möglichst viele Arbeitsschritte direkt auf dem E-Ink-Gerät erledigen kann.
Besonders praktisch ist die Möglichkeit, Inhalte auf dem Display zu markieren beziehungsweise einzukreisen und anschließend eine KI-Funktion darauf anzuwenden. Das kann beim Lesen längerer Dokumente hilfreich sein, wenn beispielsweise ein Begriff erklärt oder ein bestimmter Abschnitt weiterverarbeitet werden soll.
Auch beim Thema Übersetzung spielt das AINOTE 2 seine KI-Ausrichtung aus. Das Gerät kann Gespräche beziehungsweise transkribierte Inhalte in mehrere Sprachen übersetzen. Je nach aktueller Softwareversion und Funktion nennt iFLYTEK bis zu 14 unterstützte Übersetzungssprachen.
Für internationale Meetings ist das durchaus interessant. Ein Gespräch kann aufgezeichnet, transkribiert und anschließend übersetzt werden. Damit eignet sich das Gerät nicht nur für klassische Notizen, sondern auch für Situationen, in denen mehrere Sprachen verwendet werden.
Allerdings sollte man bei KI-Übersetzungen grundsätzlich zwischen dem Erkennen und dem tatsächlichen Verstehen eines Gesprächs unterscheiden. Fachbegriffe, Eigennamen oder sehr schnelle Dialoge können auch hier zu Fehlern führen. Für eine erste Arbeitsgrundlage ist die Funktion jedoch ausgesprochen interessant.
Ein weiterer großer Unterschied zu vielen klassischen E-Ink-Notizbüchern ist das Betriebssystem. Das AINOTE 2 läuft mit Android 14 und verfügt über 4 GB RAM sowie 64 GB internen Speicher. Als Prozessor kommt ein RK3576 Octa-Core zum Einsatz. Für die drahtlose Kommunikation stehen Wi-Fi 6 und Bluetooth 5.4 zur Verfügung.
Damit ist das AINOTE 2 deutlich näher an einem vollwertigen Tablet als viele spezialisierte digitale Notizbücher.
Die Unterstützung von Android bringt insbesondere bei der Softwareauswahl Vorteile. Dokumente können nicht nur über die iFLYTEK-eigenen Anwendungen verarbeitet werden. Auch Drittanbieter-Apps lassen sich verwenden. iFLYTEK nennt unter anderem WPS als mögliche Anwendung.
Unterstützt werden zahlreiche Dokumentformate, darunter PDF, EPUB, TXT, MOBI, AZW3 sowie Word-, Excel- und PowerPoint-Dateien. Auch verschiedene Bildformate können geöffnet werden.
Damit eignet sich das Gerät durchaus als mobiles Dokumenten-Tablet. Ein PDF kann gelesen, mit handschriftlichen Anmerkungen versehen und anschließend wieder geteilt werden. Gerade für berufliche Dokumente oder wissenschaftliche Unterlagen ist das sinnvoll.
Trotz Android sollte man nicht vergessen, dass das AINOTE 2 kein normales Tablet ist. E-Ink ist für statische Inhalte und langsame Bewegungen optimiert, nicht für schnelle Animationen oder Videos.
Das macht sich beispielsweise beim Scrollen durch Webseiten oder bei normalen Android-Anwendungen bemerkbar. Zwar arbeitet iFLYTEK mit eigenen Aktualisierungsalgorithmen, trotzdem bleibt die Darstellung deutlich langsamer als bei einem LCD- oder OLED-Display.
Wer also ein Gerät für YouTube, Streaming, Spiele oder klassische Multimedia-Anwendungen sucht, ist mit einem herkömmlichen Tablet besser aufgehoben. Das AINOTE 2 möchte diese Aufgabe gar nicht erfüllen. Sein Vorteil liegt gerade darin, Ablenkungen zu reduzieren und sich auf Lesen, Schreiben und produktive Aufgaben zu konzentrieren.
Im Inneren steckt ein 4000-mAh-Akku. iFLYTEK verspricht bei typischer Nutzung bis zu 14 Tage Laufzeit. Im Standby sollen bei aktiviertem Flugmodus und Deep-Sleep-Modus sogar bis zu 113 Tage möglich sein.
Die tatsächliche Laufzeit hängt natürlich stark von der Nutzung ab. Häufige Audioaufnahmen, WLAN-Verbindungen, Synchronisation und KI-Funktionen beanspruchen den Akku deutlich stärker als reines Lesen oder Schreiben.
Trotzdem ist die lange Laufzeit ein wichtiger Vorteil gegenüber klassischen Tablets. Das AINOTE 2 ist ein Gerät, das man problemlos mehrere Tage im Rucksack lassen kann, ohne sich ständig Gedanken über den Ladestand machen zu müssen.
Geladen wird über USB-C. Laut Hersteller dauert eine vollständige Ladung mit dem vorgesehenen 5-V-/2-A-System weniger als drei Stunden.
Notizen sollen natürlich nicht dauerhaft auf dem E-Ink-Tablet eingeschlossen bleiben. Deshalb bietet iFLYTEK mehrere Möglichkeiten zur Synchronisation und zum Export.
Dazu gehören die AINOTE-Mobile-App, QR-Code-Übertragung, Bluetooth, USB-C, E-Mail sowie bestimmte Drittanbieter-Anwendungen.
Das ist ein wichtiger Punkt für den professionellen Einsatz. Wer beispielsweise während eines Meetings Notizen erstellt, möchte diese anschließend am Smartphone oder Computer weiterverarbeiten.
iFLYTEK gibt an, dass die eigenen Cloud-Dienste auf AWS basieren und Daten während der Speicherung und Übertragung verschlüsselt werden.
Bei einem Gerät, das möglicherweise Gesprächsaufnahmen, persönliche Notizen oder geschäftliche Informationen verarbeitet, sollte man das Thema Datenschutz dennoch nicht ausschließlich anhand von Herstellerangaben beurteilen. Gerade bei beruflich sensiblen Inhalten lohnt sich ein genauer Blick darauf, welche Daten lokal verarbeitet werden, welche Funktionen eine Internetverbindung benötigen und welche Informationen in die Cloud übertragen werden.
Das AINOTE 2 kann grundsätzlich auch ohne kostenpflichtiges Abonnement verwendet werden. Allerdings sind nicht sämtliche Funktionen unter allen Bedingungen kostenlos beziehungsweise offline verfügbar.
Aktuelle Tests berichten beispielsweise, dass bestimmte Offline-Transkriptionsfunktionen und umfangreichere Synchronisationsmöglichkeiten an ein kostenpflichtiges Abo gebunden sein können. WELT nennt derzeit 5,99 Euro pro Monat beziehungsweise 59,90 Euro pro Jahr für den entsprechenden Dienst.
Das sollte bei der Kaufentscheidung berücksichtigt werden. Denn gerade die KI- und Transkriptionsfunktionen gehören zu den wichtigsten Argumenten für das AINOTE 2.
Wer das Gerät hauptsächlich als digitales Notizbuch für handschriftliche Notizen und PDF-Dateien verwenden möchte, dürfte von den Einschränkungen weniger betroffen sein. Wer dagegen regelmäßig Meetings aufzeichnen und anschließend automatisch bearbeiten lassen möchte, sollte die aktuellen Tarifbedingungen genau prüfen.
Hinzu kommt, dass bestimmte KI-Funktionen eine Internetverbindung benötigen. Das AINOTE 2 ist also nicht in jeder Hinsicht ein vollständig autarkes KI-Gerät.
Konzeptionell ist das AINOTE 2 angenehm einfach. Es gibt keine klassische Tablet-Überladung mit unzähligen Hardware-Komponenten. Stattdessen konzentriert sich das Gerät auf wenige Kernaufgaben: Schreiben, Lesen, Aufnehmen, Transkribieren, Organisieren und Weiterverarbeiten.
Ein spezieller KI-Button soll dabei den schnellen Zugriff auf den persönlichen Assistenten ermöglichen. Dadurch können beispielsweise Notizen erstellt, Termine erfasst, Dokumente durchsucht oder KI-Anfragen gestartet werden.
Gerade die Kombination aus Stift und Sprachsteuerung wirkt sinnvoll. Während man mit dem Stift schreibt, kann das Gerät gleichzeitig zuhören. Man muss sich also nicht für eine Eingabemethode entscheiden.
Das ist beispielsweise in einem Meeting interessant: Während das Gespräch automatisch aufgezeichnet wird, können auf dem Display eigene Gedanken, Fragen oder To-dos notiert werden. Anschließend stehen sowohl die persönliche Notiz als auch die automatisch erstellte Transkription zur Verfügung.
Das AINOTE 2 richtet sich weniger an den klassischen Tablet-Nutzer als an Menschen, die sehr viel lesen, schreiben und Informationen verarbeiten.
Besonders interessant ist das Konzept für Berufstätige mit vielen Meetings. Auch Journalisten, Berater, Studenten, Forscher, Autoren oder Projektmanager könnten von der Kombination aus Handschrift, Audioaufnahme, Transkription und KI profitieren.
Wer häufig Interviews führt, erhält beispielsweise direkt eine digitale Transkription. Wer Vorlesungen besucht, kann sich auf die wichtigsten handschriftlichen Stichpunkte konzentrieren, während das Gerät parallel das Gesprochene aufzeichnet. Und wer regelmäßig umfangreiche PDFs liest, bekommt ein leichtes Gerät, das sich sehr gut zum Lesen und Annotieren eignet.
Weniger interessant ist das AINOTE 2 dagegen für Nutzer, die eigentlich ein klassisches Multimedia-Tablet suchen. Auch wer ausschließlich ein möglichst günstiges digitales Notizbuch möchte, dürfte die zusätzlichen KI-Funktionen kaum ausreizen.
Der eigentliche Reiz des AINOTE 2 zeigt sich im direkten Vergleich mit einem normalen Tablet. Ein iPad oder Android-Tablet bietet zweifellos wesentlich mehr Leistung, ein besseres Farbdisplay, Kameras, Lautsprecher und eine größere Auswahl an Multimedia-Anwendungen.
Das AINOTE 2 hat dafür andere Stärken. Es ist deutlich leichter, extrem dünn und mit seinem E-Ink-Display wesentlich stärker auf längeres Lesen und Schreiben ausgelegt. Dazu kommen die integrierten Mikrofone und KI-Funktionen.
Es ist deshalb weniger sinnvoll, beide Geräte als direkte Konkurrenten zu betrachten. Das AINOTE 2 ist vielmehr ein spezialisiertes Produkt für eine bestimmte Art von Arbeit.
Noch interessanter wird der Vergleich mit Geräten wie reMarkable oder ähnlichen E-Ink-Notizbüchern. Hier kann das AINOTE 2 seine KI-Ausrichtung deutlich stärker ausspielen.
Während ein klassisches digitales Notizbuch in erster Linie handschriftliche Eingaben speichert, möchte das AINOTE 2 aktiv bei der Verarbeitung dieser Informationen helfen. Handschrift wird erkannt, Sprache wird transkribiert, Gespräche können zusammengefasst und Inhalte mit KI weiterverarbeitet werden.
Gleichzeitig ist das AINOTE 2 dank Android deutlich offener. Die Kehrseite ist eine potenziell weniger konsequente Software-Erfahrung. Je mehr Android-Anwendungen auf einem E-Ink-Gerät zum Einsatz kommen, desto stärker wird deutlich, dass das System ursprünglich nicht für klassische Tablet-Anwendungen konzipiert wurde.
Die größte Stärke des AINOTE 2 ist letztlich die Kombination verschiedener Funktionen. Keine einzelne Eigenschaft macht das Gerät revolutionär. Das 300-ppi-E-Ink-Display ist hervorragend, aber nicht einzigartig. Handschrifterkennung gibt es ebenfalls bei anderen Geräten. Sprachtranskription und KI-Zusammenfassungen sind inzwischen ebenfalls keine Neuheit mehr.
Die Kombination aus all diesen Funktionen in einem gerade einmal 295 Gramm schweren und 4,2 Millimeter dünnen Gerät ist dagegen ungewöhnlich.
Hinzu kommt das sehr gute Schreibgefühl. Die geringe Latenz, die matte Oberfläche und der passive Wacom-Stift machen das AINOTE 2 zu einem Gerät, das tatsächlich zum handschriftlichen Arbeiten einlädt.
Auch die Akkulaufzeit passt hervorragend zum Konzept. Ein digitales Notizbuch, das nach wenigen Stunden geladen werden muss, wäre wenig überzeugend. Das AINOTE 2 ist dagegen für einen mehrtägigen Arbeitsalltag ausgelegt.
Trotz der vielen interessanten Funktionen ist das AINOTE 2 nicht perfekt. Die fehlende Frontbeleuchtung ist der offensichtlichste Hardware-Kompromiss. Wer häufig abends oder bei schlechtem Licht liest, benötigt eine zusätzliche Lichtquelle.
Auch die Handschrifterkennung sollte nicht überbewertet werden. Die Unterstützung von 133 Sprachen ist beeindruckend, aber die tatsächliche Qualität hängt stark von der Handschrift ab. Wer sehr schnell und unleserlich schreibt, wird die Ergebnisse nachbearbeiten müssen.
Hinzu kommen die Einschränkungen rund um Online-Funktionen und Abonnements. Gerade bei einem Gerät, dessen Hauptargument die KI ist, sollte vor dem Kauf geprüft werden, welche Funktionen dauerhaft ohne zusätzliche Kosten verfügbar sind.
Auch die fehlenden Lautsprecher und die nicht vorhandene Kamera zeigen, dass iFLYTEK bewusst Prioritäten gesetzt hat. Für den vorgesehenen Einsatzzweck ist das nachvollziehbar, macht das AINOTE 2 aber weniger vielseitig als ein normales Tablet.
Das iFLYTEK AINOTE 2 ist eines dieser Geräte, die auf den ersten Blick wie ein weiteres digitales Notizbuch wirken, bei genauerem Hinsehen aber ein deutlich ambitionierteres Konzept verfolgen. Das außergewöhnlich dünne und leichte Gehäuse, das hochauflösende 10,65-Zoll-E-Ink-Display und das überzeugende Schreibgefühl bilden eine hervorragende Grundlage.
Seine eigentliche Besonderheit liegt jedoch in der Software. Das AINOTE 2 kann handschriftliche Notizen erkennen, Gespräche aufzeichnen, Sprache transkribieren, Inhalte übersetzen und aus längeren Gesprächen strukturierte Informationen erzeugen. Dadurch wird aus einem digitalen Blatt Papier ein persönlicher Arbeitsassistent.
Besonders überzeugend ist die Idee, dass handschriftliche und gesprochene Informationen miteinander kombiniert werden. Während einer Besprechung kann der Nutzer seine eigenen Gedanken aufschreiben, während das Gerät parallel das komplette Gespräch aufzeichnet. Anschließend hilft die KI dabei, aus diesen Informationen ein strukturiertes Ergebnis zu erstellen.
Gleichzeitig zeigen die ersten ausführlichen Praxistests, dass noch nicht jede KI-Funktion perfekt arbeitet. Vor allem die Handschrifterkennung kann bei schwierigen Schriftbildern an ihre Grenzen kommen. Auch die fehlende Displaybeleuchtung und die teilweise kostenpflichtigen beziehungsweise online gebundenen Funktionen sind Punkte, die man vor dem Kauf berücksichtigen sollte.
Unterm Strich ist das AINOTE 2 damit kein Tablet, das ein iPad ersetzen möchte. Es ist vielmehr ein extrem leichtes digitales Notizbuch für Nutzer, die Papier ersetzen und gleichzeitig von moderner KI profitieren möchten. Wer regelmäßig Meetings, Interviews, Vorlesungen oder umfangreiche Dokumente verarbeitet, findet hier ein ungewöhnlich konsequent umgesetztes Konzept.
Gerade die Kombination aus E-Ink, Stift, Sprachaufnahme, Transkription, Übersetzung und KI macht das AINOTE 2 zu einem der interessanteren digitalen Notizgeräte der aktuellen Generation. Wer hingegen hauptsächlich Multimedia konsumieren, Videos schauen oder bei schlechtem Licht lesen möchte, sollte sich bewusst sein, dass die minimalistische E-Ink-Ausrichtung auch klare Einschränkungen mit sich bringt.
Preislich liegt das AINOTE 2 in Europa aktuell je nach Angebot bei rund 579 bis 669 Euro. Damit ist es sicherlich kein günstiges digitales Notizbuch. Der Preis erklärt sich allerdings durch die Kombination aus hochwertigem E-Ink-Display, extrem schlankem Gehäuse, Android 14, Wacom-Stift, Audio-Hardware und den umfangreichen KI-Funktionen.
Wer genau diese Kombination sucht, bekommt mit dem AINOTE 2 ein sehr interessantes Werkzeug für den digitalen Arbeitsalltag. Es ist weniger ein Tablet im klassischen Sinne als ein intelligentes Notizbuch, das zuhört, mitdenkt und aus handschriftlichen sowie gesprochenen Informationen verwertbare digitale Inhalte machen kann.